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Archäologischer Rundgang
Matelica besitzt reiche archäologische Schätze; die ersten Zeugnisse einer Ansiedlung in der Gegend gehen auf vorgeschichtliche Zeit zurück, nämlich auf die Mittel- und die Altsteinzeit, wie aus stratigraphischen (schichtenkundlichen) Daten hervorgeht (Ortschaft Case Felceto und Case Pezze), aber die Bevölkerung breitete sich besonders in der späten Eisenzeit aus (8. – 4. Jh. v. Chr.), wie die kürzlich sichergestellten Funde der großen, kreisförmigen Nekropolen in den Ortschaften Pine dell’Incrocca und Crocifisso beweisen.
Diese Gemeinschaften waren durch die Präsenz einer privilegierten bäuerlichen Klasse gekennzeichnet, die ihren Wohlstand der Bearbeitung der fruchtbaren Erde verdankte. Diese Situation blieb bis in römische Zeit unverändert und das begrenzte gallische Eindringen, das zwischen dem 4. und 3. Jh. v. Chr. bezeugt ist und die Kultur in der Gegend sicherlich erweiterte, veränderte nicht radikal das sozioökonomische System.
Die römische Siedlung ist auf einer vorherigen picenischen Wohnstätte gebaut, in dieser Zeit gab es einen bemerkenswerten wirtschaftlichen Wohlstand; auf diese Zeit gehen auch folgende Errungenschaften zurück: das Straßennetz, die Anlegung einiger beachtlicher öffentlicher Gebäude, sowie auch mindestens zwei große Herrenhäuser.
Die öffentlichen und privaten Bauten sind mit einer ungewöhnlichen Zahl von Mosaiken und bemaltem Verputz in mitunter bemerkenswerter Qualität ausgestattet. Auch die ländliche Umgebung scheint reich und organisiert gewesen zu sein, wie die Landvilla mit Thermen in Fonticelle beweist.
Wichtige Funde sind auch die Inschriften von Sabino und Caio Arrio und der Gedenkstein von Camurio.
Die archäologischen Zeugnisse enthüllen ein interessantes Phänomen, nämlich die hartnäckige Beständigkeit der Siedlung, die sich immer wieder auf dem gleichen Platz erhebt, seit den Jahrhunderten des Mittelalters bis zu den heutigen Tagen. Das Mittelalter und die Renaissance werden durch zahlreiche Funde lokaler Keramik belegt.
Durch den Grabfund eines picenischen Kriegsfürsten gewinnt das archäologische Panorama in Matelica und den Marken eine wichtige Bedeutung. Die Entdeckung erfolgte im Garten der Villa Clara, nämlich ein Helm und eine situla (Gefäß), diese sind nur zwei der wichtigen Stücke aus dem Grab, die heute im archäologischen Museum aufbewahrt werden; außerdem wurden im Grab Trauben als Grabbeigabe in einem Becken gefunden.
Die archäologischen Fundstellen
Theater der Gemeinde: Räume einer Thermeneinrichtung aus römischer Zeit, von denen zwei mit Ziegelböden und Beheizungssystem durch suspensurae ausgestattet waren, sowie einem mit einem Mosaik aus weißen Steinen und ein Teil eines Systems zur Wasserentsorgung. Die Datierung wird auf die erste Kaiserzeit festgelegt. Auf der Nordseite wurden Reste einer picenischen Behausung gefunden, die auf das 5. – 6. Jahrhundert v. Chr. zurückgehen.
Die Museen und die archäologischen Sammlungen
Museum Piersanti: Es besitzt eine große Sammlung an Gegenständen aus der Steinzeit, der Eisenzeit und der römischen Epoche, die zum Teil auf Antikmärkten erstanden wurden und zum Teil lokaler Herkunft sind. Unter den Gegenständen befindet sich eine runde Sonnenuhr aus griechischem Marmor, die sehr selten und von großer wissenschaftlicher Bedeutung ist. Sie wurde im Stadtzentrum Matelicas im Gebiet um die Piazza E. Mattei gefunden und lässt sich auf das 1.-2. Jh. n. Chr. zurückdatieren.
Archäologische Fundstellen
Palazzo del Governo: Reste von Mosaikfußböden eines domus (Privathauses), die in ein geometrisches Kreismuster und ein mehrfarbiges Mosaik mit menschlichen Figuren, einem Zweig und dem vorderen Teil eines Tieres zeigen. Sie gehen auf die erste Kaiserzeit (Ende des 1. Jh. v. Chr. bis Anfang des 2. Jh. n. Chr.) zurück.
Palazzo Ottoni: Drei Räume mit Mosaikböden eines domus (Privathauses), die mehrfarbige geometrische Mosaiken besitzen, und Teil eines vierten Raums, der ein Mosaik aus weißen Steinen mit kleinen Rosen aus schwarzen Steinen vorweist. Die Datierung geht auf den Anfang des 2. Jh. n. Chr. zurück.
Museen und Archäologische Sammlungen
Palazzo Ottoni – Archäologisches Museum der Stadt: Er bewahrt Gegenstände aus der picenischen Kultur, aus der römischen Zeit, aus dem Mittelalter und der Renaissance, die alle aus Fundorten aus dem Gebiet Matelicas stammen.
Besondere Beachtung verlangt die reiche Grabausstattung des picenischen Kriegsfürsten der Villa Clara, in seinem Inneren wurden Hunderte Traubenkerne gefunden, Nachweis für einen der ältesten Traubenanbauten Italiens, die bis heute bekannt wurden.
Palazzo Comunale: Gedenksteine. Sammlung von Inschriften und Steinen, die aus dem römischen Munizipium Matilica stammen.













