Kunstschätze
Die Kirchen
Das Kloster und die Kirche Santa Maria Maddalena, auch Beata Mattia genannt, wurde 1225 erbaut und ist sicher das älteste Bauwerk der Umgebung. Seinen Ruf verdankt es dem Klosterleben, in dem man noch der Regel der Heiligen Clara folgt und in dem die Beata Mattia ihr Leben verbrachte.
Am Südende der Stadt gelegen hatte das Kloster auch eine defensive Funktion, wie das Vorhandensein des hohen Glockenturms aus der Mitte des 15. Jahrhunderts zeigt, der mit Sicherheit auch der Sichtung diente.
Die verschiedenen Restaurierungen haben die ursprüngliche Architektur des Bauwerks aus dem 13. Jahrhundert sehr verändert; die Kirche wurde 1750 wieder aufgebaut, aber die vorerst letzte Auftragsarbeit war die von Enrico Mattei.
Das Gebäude liegt um drei Höfe herum, wobei der Laubengang des dritten Hofes besondere Erwähnung verdient, da er von quadratischen Säulen getragen wird, die ein abfallendes Dach tragen.
In der Mitte des weiten, heute unbebauten Feldes erhebt sich ein kleiner Votivhügel, auf den man mittels einer kleinen Treppe gelangt, die von zwei kleinen Pfeilern getragen wird und mit Rocaillemotiven (muschelförmige Motive) geschmückt sind.
Im Kloster werden wertvolle Kunstschätze bewahrt, unter denen sich auch ein bemaltes Kreuz befindet, eines der wenigen aus dem 13. Jahrhundert von einem Künstler aus den Marken. Der Gekreuzigte ist perspektivisch verlängert und die leichte Drehung des Beckens verrät das Entstehungsdatum, nämlich die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die umgebenden Figuren, die Madonna und der Heilige Johannes drücken in ihrer Haltung gemessenes Leid aus, obwohl die Christusfigur triumphierend dargestellt ist.
Die Madonna mit Kind, das auf das Ende des 13. Jahrhunderts zurückgeht, ist der Mittelpunkt einer Bildtafel, die zwei Flügeltüren an Gelenken vorsah. Eine weitere Madonna mit Kind, die von einem als „Maestro della Culla“ bekannten Künstler ausgeführt wurde, war ursprünglich auf Holz gefertigt, wurde aber im vergangenen Jahrhundert vielleicht wegen des schlechten Holzzustands auf Leinwand gebracht.
Das Kloster und die Kirche von San Francesco entstand in der Mitte des 13. Jahrhunderts und war in der Bevölkerung sofort so gut angesehen, dass es 1663 den Gemeinderat dazu veranlasste, im Vatikan wegen der Exkommunikation der Franziskaner aus Matelica zu intervenieren.
Vom ursprünglichen Bau ist nur noch das romanische Portal geblieben, aber er zeigt eine Neigung zu komplexeren architektonischen Formen.
Der grundlegende Umbau geschah zwischen 1653 und 1719, das Jahr in dem man wirtschaftliche Hilfe erbat.
Das Kloster, obwohl nicht in Gebrauch, besteht aus zwei Klosterhöfen; die Kirche wurde im 18. Jahrhundert in gemäßigtem Barockstil renoviert; die erweiterte Struktur bezieht sich hauptsächlich auf das Mittelschiff, das sich in die Seitenkappellen öffnet. Das wichtigere ist das rechte Seitenschiff, in dem sich bedeutende, eine kleine Pinakothek bildende Werke befinden.
Eines der wichtigsten Gemälde ist Das Fegefeuer von Ercole Ramazzani (1586 – I Kappelle), unter den Seelen des Fegefeuers vermutet man im Zentrum des Gemäldes Antonio Maria Ottoni. Der Mittelteil des Gemäldes besitzt eine wirbelige und sehr emotionelle Dynamik, die im Gegensatz zur Unbeweglichkeit der Figuren der Heiligen steht, die dem Geschehen beiwohnen.
Vom selben Künstler stammt auch Die Himmelfahrt (1574 – V Kappelle, rechte Wand). In der Mitte ist die Madonna dargestellt, das Gemälde ist in der Höhe dreigeteilt und das Christusbild ist in seiner Farbdichte massiv aufgetragen, das Schema ist in einer Kreuzform und der Künstler beging einige Unachtsamkeiten die Perspektive betreffend und die Gesten einiger Personen sind zu pathetisch und theatralisch.
Die Madonna auf dem Thron mit den Heiligen von Eusebio di San Giorgio (1512 – V Kappelle, linke Wand) in direkter Nachfolge Raffaellos ist der perfekte Heilige Johannes, der sich zu Füßen der Madonna gegenüber von Sant’Antonio aus Padua niederkauert und scherzhafterweise auf Verse in einem offenen Buch zeigt; die drei auf dem Gemälde dargestellten Bücher, um die sich die Figuren gruppieren, sind die drei Wunder des Sant’Antonio.
Die Jungfrau mit Kind und Heiligen von Francesco di Gentile aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts (IV Kappelle) ist ein Triptychon umbrischer Prägung.
Die Madonna mit Kind auf dem Thron von Marco Palmezzano aus dem Jahr 1501 (II Kappelle) ist eine Tafel, die aus zwei Haupt- und 11 Nebenkompositionen besteht, die auf kleinen Seitensäulen und auf der Basis verteilt sind.
Die Anbetung der Weisen aus dem Jahr 1566 (VI Kappelle) von Simone und Gianfrancesco aus Caldarola ist ein Gemälde, das mit Figuren überladen ist, die dem Künstler die Möglichkeit gaben, in penibler Präzision verschiedene Menschentypen, soziale Haltungen und Bräuche des 16. Jahrhunderts darzustellen. Die Farbwahl lässt die Bewegung insgesamt etwas ruhiger erscheinen, der Engelschor ist sehr anmutig.
Das Martyrium des Santo Stefano aus dem Jahr 1569 (VI Kappelle) ist ebenfalls von Simone und Gianfrancesco aus Caldarola.
Die Leidenskappelle (Klosterhof) wurde im Auftrag von dem päpstlichen Abgesandten Giovanni Petronio aus Pesaro mit 15 Gemälden, die den Leidensweg Christi darstellen, ausgemalt. Die hintere Wand wird von einer Kreuzigung eingenommen. Der Künstler der Freske Der Heilige Franziskus und der Arme (Chor 14. Jh.) gehörte mit höchster Wahrscheinlichkeit zum Kreise Giotto Palliottos, die Sakristei, ist mit nicht gerade schamhaften Karyatiden ausgeschmückt.
Sant’Agostino ist eine der ältesten Kirchen Matelicas; sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und markierte die Ausbreitungsgrenze der Stadt, die an einem Steilhang erbaut ist.
Das wunderschöne gotische Portal ist das einzige Element, das die verschiedenen Zerstörungen überdauert hat, und über dem sich eine Loggia aus dem 16. Jahrhundert befindet, wiederum dahinter befindet sich die raffinierte und elegante Orgel aus dem 18. Jahrhundert. Im Inneren finden sich auch herrliche Stuckarbeiten.
Die Kirche besitzt drei Kirchenschiffe in lateinischer Kreuzform, über die sich eine elegante Kuppel wölbt. In den Seitenschiffen befinden sich acht Altäre, zusätzlich zu den beiden im Kreuzgang. Eine herausragende Rolle in der Anordnung des Gemäldeschatzes der Kirche wurde den drei Werken von Ercole Ramazzani zugesprochen: Noli me tangere, San Nicola von Tolentino tritt für die Seelen des Fegefeuers ein und Madonna mit Kind und Heiligen. Am linken Altar befindet sich die Extase des Heiligen Franziskus, als er die Stigmata empfängt; ein großes Gemälde, das Guercino zugeschrieben wird.













